Baden-Württembergische Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012

 

 

Das Turnier

Baden-Württembergische Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012Bereits zum vierten Mal hatte der Debating Club Heidelberg als Vorjahressieger das Vergnügen, die Baden-Württembergische Meisterschaft im Hochschuldebattieren auszurichten. An der offenen Landesmeisterschaft konnten auch Teams teilnehmen, die nicht aus dem „Ländle“ stammen, so dass sich am 8. Dezember zwölf Teams von neun Universitäten aus ganz Deutschland und der Schweiz bei uns in Heidelberg zum Redestreit trafen. Angetreten waren drei Teams vom Debattierclub DCJG Mainz, je zwei Teams vom Debattierclub Stuttgart und vom Verein Debatte Karlsruhe, je ein Team der Rederei, des Brüder Grimm Debattierclub Marburg, der Streitkultur Tübingen und des DebatingClub St. Gallen sowie ein Mixed-Team aus Frankfurt und Wiesbaden.

 

Die Vorrunden

Die Vorrunden fanden in den Räumen des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums (KFG) statt, wo sich die Teilnehmer nach der morgendlichen Anreise bei einem Frühstück stärken konnten. Pünktlich um 10.00 Uhr begannen die Chefjuroren Sven Hirschfeld und Tim Richter mit der wohl kürzesten Regeleinführung aller Zeiten. Nur acht PowerPoint-Slides und wenige Minuten später startete die erste Vorrunde. Mit der Organspende wurde ein den meisten Debattanten bekanntes Thema in leicht modifizierter Form gestellt, so dass die Teilnehmer erst einmal warm werden konnten: „Leber und Milz gibt’s nur ohne Pils - Sollen Menschen, die ein gesundes Leben gelebt haben, bei der Vergabe von Organen bevorzugt werden?“.

Nachdem es mittags zwei große Lieferungen Pizza für die Teilnehmer gab, ging es mit der zweiten Vorrunde weiter. Hier wurde von den Teilnehmern schon erwartet, dass sie vollständig im Debattiermodus angekommen waren. Nach der Aufwärmrunde folge daher ein Thema, das die Köpfe der meisten Rednerinnen und Redner richtig zum Qualmen brachte: „Völker, hört die Signale! - Sollen wir die unternehmerische Mitbestimmung in ganz Europa etablieren?“. Um die Debatten in die richtige Richtung zu lenken, erklärte ein Factsheet den Unterschied zwischen „betrieblicher Mitbestimmung“ (im Betriebsrat) und „unternehmerischer Mitbestimmung“ (im Aufsichtsrat).

Auf die anschließende Kaffepause folgte die dritte Vorrunde. Zum Ausklang gab es hier ein Thema, bei dem es auch mal etwas heiter und deftig zugehen durfte: „Jedem Tierchen sein Plaisierchen... auch Plaisierchen mit Tierchen? - Sollen in öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen alle sexuellen Spielarten anteilig gleich vertreten sein?“.

Teilnehmer der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012 Teilnehmer der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012 Teilnehmer der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012 Teilnehmer der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012
Rednerinnen nd Redner während der Vorrunden der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012 (Fotos: Till Kroeger)

 

 

Das Finale

Mit knackigen Wraps versorgt begaben sich die Teilnehmer darauf zur ehrwürdigen Alten Aula der Universität in der Heidelberger Altstadt, während die Chefjuroren gemeinsam mit Tabmaster Tom-Michael Hesse das endgültige Vorrundenranking erstellten. Für so manchen Debattanten blieb noch Zeit für einen Glühwein auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt bevor die Finalisten verkündet wurden: Ins Finale geschafft hatten es das Team „Mainz Anton“ mit Andrea Gau, Sarah Kempf und Daniil Pakhomenko sowie das Mixed-Team „Wiesfurt“ mit Teresa Peters, Marion Seiche und Moritz Niehaus. Als Fraktionsfreie Redner hatten sich Nicolas Eberle und Sascha Schenkenberger (beide DCJG Mainz) sowie Leo Vogel (Debatte Karlsruhe) qualifiziert.

Durch das Finale, das im Rahmen der ZEIT-DEBATTEN-Abende veranstaltet wurde, führten Franzi Kriegelstein und Lucas Danco. Sie begrüßten die rund 160 Zuschauer und die Mitglieder der Ehrenjury: Frau StD Jutta Reh, Stellvertretende Schulleiterin des KFG, Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter-Christian Müller-Graff, Geschäftsführender Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht der Uni Heidelberg, Herrn Wolfgang Berger, Leiter der Außenstelle Heidelberg der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, sowie Herrn Klaus Hornung, Partner in der Mannheimer Kanzlei GHI Rechtsanwälte.

Nach einem Grußwort von Professor Müller-Graff eröffnete Präsident Jan Ohmstedt die Debatte zum Thema „Dr. Seltsam, oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben - Soll die UNO auf Anfrage allen Staaten das Know-how, Atomwaffen zu produzieren, zur Verfügung stellen?“. Beide Seiten, Mainz in der Regierung, „Wiesfurt“ in der Opposition, zeigten sich diesem anspruchsvollen Thema mehr als gewachsen. Das Publikum kam so in den Genuss einer sehr hochwertigen, differenzierten und anregenden Debatte.

Debattanten und Publikum während der Finaldebatte in der Alten Aula der Universität Heidelberg (Fotos: Till Kroeger)

 

Die Sieger

Während Publikum und Debattanten in der Bel Etage der Alten Universität zum Sektempfang gebeten wurden, zogen sich die Ehrenjury und die Turnierjury (die Chefjuroren sowie Sabrina Göpel, Sven De Causmaecker, Jan Kaufmann und Willy Witthaut) zur Beratung zurück. Bei der Siegerehrung gab es dann für das Mainzer Team gleich doppelten Anlass zur Freude. Erst kürte die Ehrenjury Sarah Kempf zur besten Einzelrednerin der Finaldebatte. Dann ging auch noch der Turniersieg nach Mainz. Darauf ein frohes Helau! Helau! Helau! und herzliche Glückwünsche an die frischgebackenen Baden-Württembergischen Meister 2012!

Die Baden-Württembergischen Meisterund Vizemeister 2012 (Fotos: Till Kroeger)

Durch ihren Turniersieg und ihre Finalteilnahme übernehmen die Mainzer nun die Tabellenführung im Clubranking und Nicolas Eberle im Rednerranking der Freien Debattierliga (mehr Informationen dazu hier). Auch dazu herzlichen Glückwunsch!

 

Tab, Fotos, Presse & Dank

Das Vorrunden-Tab gibt es hier, das Final-Tab findet Ihr hier. Eine Fotogalerie mit zahlreichen Eindrücken vom Turnier und vom Finale in der Alten Aula gibt es hier. Auch die Presse hat schon über das Turnier berichtet. Den Artikel „Die Mainzer hatten die besten Argumente“ aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 11. Dezember 2012 findet Ihr hier.

Der Debating Club Heidelberg bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren Besuch, bei den beiden Cheforganisatorinnen Wiebke Nadler und Maren Popovic für die Planung und Durchführung eines tollen Turniers, bei allen Helferinnen und Helfern für die Geduld und die Mitarbeit sowie ganz besonders bei den Unterstützern und Sponsoren, ohne die dieses Turnier nicht möglich gewesen wäre: der Universität Heidelberg, der Außenstelle Heidelberg der LpB, der Kanzlei GHI Rechtsanwälte und der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Partner und Unterstützer der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren 2012

 

 

Die Zukunft der BaWü

Während der Kaffeepause am Nachmittag, wurde in einer kurzen Diskussion über die Zukunft der Baden-Württembergischen Meisterschaft im Hochschuldebattieren beraten. Aufgrund einer informellen Konvention ist Status-quo, dass jeweils der Turniersieger eines Jahres, im kommenden Jahr die Ausrichtung übernimmt. Bei der häufigen Ausgestaltung der BaWü als „offene Meisterschaft“ ergab sich wiederholt die Frage, wie in Fällen verfahren werden soll, in denen der Sieger nicht aus dem Ländle kommt. Der Ausschluss von Nicht-BaWü-Clubs oder die Ausrichtung durch den nächstbestplatzierten BaWü-Club haben sich als unbefriedigende Lösungen herausgestellt. Die Veranstaltung von zwei Finals („Muttersprachler“ und „Nichtmuttersprachler“) stellt wiederum zu hohe Anforderungen an die Ausrichter. Gleichzeitig gab es großes Verständnis für einzelne Clubs, die zwar das Glück hatten, den Titel bereits mehrfach erstreiten zu können, sich dadurch aber der regelmäßigen Belastung der Turnierausrichtung ausgesetzt sahen.

Diskutiert wurden mehrere Ansätze, unter anderem die turnusmäßige Ausrichtung in festgelegter Reihenfolge, die Ausrichtung als „Biennale“ statt eines jährlichen Turniers, die Zusammenlegung der BaWü mit anderen Turnieren (ZEIT DEBATTEN, SK-Cup etc.) oder die Ausrichtung durch kleinere Clubs mit „Patenschaften“ durch größere Clubs. Das nichtrepräsentative Meinungsbild der anwesenden Clubs aus Baden-Württemberg ergab, dass prinzipiell eine jährliche Veranstaltung auf freiwilliger Basis bevorzugt wird, also ohne feste Reihenfolge und entkoppelt von Turniersieg oder -platzierung im Vorjahr. Einig war man sich auch, dass dieses Modell eine gewisse Selbstdisziplinierung der baden-württembergischen Clubs voraussetzt, um die inzwischen zehnjährige Tradition des Turniers nicht einschlafen zu lassen.

Diese Diskussion steht erst am Anfang. Weitere Meinungen, Vorschläge und Ideen sind so nötig wie willkommen!

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